Verfasst von: Rica und Christian | Oktober 24, 2008

Ausfahrt nach Cape Reigna

Hallo ihr Lieben,

nach 1,5 Woche in Auckland zog es raus in die Natur von Neuseeland. Genug von dem Stadtleben, wir wollten endlich das Land sehen, was so atemberaubend sein soll. Gesagt, Getan. Wir machten uns auf den und klapperten alle Autovermeitungen ab.
War gar ne so einfach Samstag Mittag noch ein Auto zu bekommen. Wir mieten uns einen Dahitshu und sahen uns der ersten Herausforderung gestellt. Ein manuelles Auto, Lenker rechts und Linksverkehr. Hm, zuerst versuchte sich Rica, da sie schon Erfahrung mit dem Linksverkehr in England gesammelt hatte.

Wir fuhren auf gut Glück los immer Richtung Norden, Richtung Cape Reigna. Wie lange wir brauchen würden wussten wir nicht. Schon auf der Hafenbrücke von Auckland eröffnete sich uns ein toller Blick auf das ganze umliegende Land. Echt schön! Der Motorway in Neuseeland stellte sich auch schnell als bessere Landstraße heraus. Was das Vorankommen erschwerte jedoch die Landschaft einen umso näher brachte.

Nach 1,5 Stunden waren wir in der nächst größeren Stadt Whangarei. Naja, es war mehr eine größere Ansiedlung von Wohngegenden, mit einem größeren Industriegebiet im Sinne von Einkaufsmöglichkeiten und Betrieben. Whangarei würden wir nicht gerade als eine sehr schöne Stadt bezeichnen, aber wir haben auch noch nicht alles von dem Ort gesehen. Nach einer kleinen Pause am Hafen ging es weiter Richtung Norden. Gegen Abend erreichten wir Kaitaia, die letzte größere Stadt vor Cape Reigna.
Die letzten zwei Stunden nach Cape Reigna zogen sich ganz schön und durch die Dunkelheit konnte man auch nicht viel von der Landschaft sehen. Als wir an dem Schild „Cape Reigna 20km“ vorbei kamen änderte sich auch bald die Straßenqualität und es ging auf einem Schotterweg weiter. War ganz schön aufregend, da die Straße teilweise sehr uneben und kurvenreich war. Irgendwann gelangten wir auf eine Baustelle an der es nicht mehr weiter ging.

Hm, was nun? Christian beschloss die Gegend zu erkunden. Ich blieb im Auto zurück. (Angst) Man hörte draußen das Rauschen des Meeres aber nirgendwo war ein Leuchtturm zu sehen. Wir beschlossen die Nacht im Auto in der Nähe der Baustelle zu verbringen.
Als wir uns eine Weile an die Dunkelheit gewöhnt hatten, konnten wir das Meer und einen langen großen Strand entdecken. Weiter entfernt lag eine kleinere Insel im Meer. Über uns hatten wir total viele Sterne am Himmel. Wir machten es uns im hinteren Teil des Autos bequem und schliefen eher schlecht die Nacht.

Als wir am Morgen aufwachten begrüßte uns Neuseeland mit einem tollen Ausblick. Bewaffnet mit Frühstückssachen machten wir uns auf den Weg auf der Suche nach dem Leuchtturm von Cape Reigna.
Die Baustelle von gestern Nacht entpuppte sich als ein provisorischer Parkplatz und kurz über dem Hügel sahen wir dann auch schon den Leuchtturm. Der Leuchtturm war gar nicht so groß, aber wir hatten dort eine schöne Aussicht.

Am Cape Reigna fließen das Tasmanische See und der Pazifik zusammen. Besondere Bedeutung hat Cape Reinga in der Maori-Mythologie: Die Seelen der Verstorbenen verlassen hier das Land in Richtung Three Kings Islands. Neben dem kurzen Weg zum Leuchturm starten verschiedene weitere Wanderwege vom Kap. Nach Westen führt ein Weg zum Te Werahi Beach, welchen wir einschlugen.

Ein schöner Wanderweg runter ans Meer. Jedoch hörte der Weg abrupt am Stand auf uns führte nicht wie ausgeschildert weiter zu den anderen Stränden. Wir versuchten unser Glück und fanden uns bald zwischen eigenartig aussehenden Disteln und wuchernden dornigen Sträuchern wieder. Jetzt gab es kein zurück mehr. Hier mussten wir uns irgendwie den Weg selbst durchschlagen, zum Leid von Rica.

Nach einer halben Stunde durch Dickicht und Gestrüpp kamen wir glücklich und zerkratzt wieder auf einen Weg. Jetzt wissen wir was Outdoor wirklich bedeutet! :-) Am Parkplatz wieder angekommen setzen wir uns wieder ins Auto und überließen Cape Reigna den Touristenbussen, welche mittlerweile eingetroffen waren.

Unser Weg führte zurück au den Motorway 1. Wow, was für eine schöne Landschaft uns da gestern Abend entgangen ist. Nachmittags machten wir einen kleinen Abstecher auf den Ninety Miles Beach. Dort ging es stürmig zu. Der Strand war ziemlich breit, sehr flach und im Hintergrund türmten sich die Dünen auf. Das Meer war durch den Wind sehr aufgebraust und Wellen über Wellen gingen am Strand nieder und spülten bis weit an die Dünen ran.
Auf einem kleinen Spaziergang am Strand entlang entdeckten wir so manches. Christian zum Beispiel fand einen kleinen Brocken Bernstein und viele verschiedne Muscheln. Es gibt hier auch die berühmte „Shell“-Muschelform. Sie ist flach wie ein Teller und meist in pink oder lila Tönen.

Nachdem Ninety Miles Beach ging es weiter an der Ostküste Richtung Keri Keri, vorbei an kleinen und wohlhabenden Örtchen mit sauberen Strand. In einem dieser Orte machten wir kurz Halt und hielten den großen Zeh in Wasser. Uh, ist das kalt und das wärmt sich bis zum Hochsommer warscheinlich auch nicht weiter auf. :-( Weiter an der Ostküste kamen wir am späteren Nachmittag nach Keri Keri, ein wohlhabender Ort. Dort versorgten wir uns mit Proviant und fuhren weiter. In Pahia, ähnlich wie Keri Keri, machten wir letztendlich für den Tag Halt und suchten uns an einem Meereszufluss einen Parkplatz. Auf dem Meereszufluss parkten viele kleinere Motorboot, was hir morgends los gehen würde ahnten wir noch nicht. Die zweite Nacht mit aufgefeilter Schlaf- und Liegestrategie verbrachten wir besser und mit wesentlich mehr Schlaf! Doch wach wurden wir früh. Geweckt wurden wir von Autos hin und her rangieren und dem Motor der Boote, denn wir parkten an einem Hauptstartpunkt für viele Hochseeangler. Es herrschte ein reger Betrieb. Wir frühstückten später am Wasser, als der Betrieb vorbei war und fuhren dann weiter Richtung Auckland, da wir heute unser auto abgeben mussten. Auf dem Weg dorthin, nahmen wir noch einen kleinen Umweg am Meer entlang und entdeckten dort den Himmel auf Erden! Ohne Scheiß! Der Ort des Paradieses heißt „Langs Beach“. Die Straße führt direkt am Strand vorbei, welcher total naturell, relativ breit, schön weiß und weich ist. Am Strand befinden sich auch ein paar wenige Bäume und auf einem ist sogar eine Schaukel befestigt. Die Sicht vom Strand aus aufs Meer ist wunderschön. In der Bucht liegen mehrere grüne Inseln. Die saftig grüne Landschaft im Hinterland wirkt wie ein kontrastreicher Farbklecks zum Strand. Auf den sanften Hügeln stehen hölzerne alten Villen noch aus der Besiedlungszeit. Man hat das Gefühl, dass in dieser Bucht jegliche Zeit stehen geblieben ist. Absolute Ruhe und Entspannung. Wir wollten gar nicht mehr dort weg, aber uns drängte dann doch die Zeit nach Hause! :-(

Schaut euch die Bilder an und überzeugt euch selbst.

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