Verfasst von: Rica und Christian | Dezember 9, 2008

Unser Dschungelbuch

Unser Dschungelbuch

Wir haben vor zwei Wochen endlich unsere Päckchen aus Deutschland empfangen. An dieser Stelle an großes DANKESCHÖN an die Mutti’s für das Versenden. Es war ein wenig wie ein vorgezogenes Weihnachten für uns. Innerhalb von Minuten war das Wohnzimmer voller Outdoor-Sachen aus Christians Paket. Da ich die nächsten Tage frei hatte, entschieden wir noch am selben Tag, die nächsten Tage zum Wandern zu nutzen. Wir packten noch am gleichen Tag unsere Rucksäcke und machten uns am nächsten Tag mit einem Mietwagen in Richtung Rotorua auf.

Die eigentliche Idee war, um den See von Rotorua zu wandern. Jedoch als wir zur Mittagszeit dort ankamen entschieden wir, noch ein wenig weiter Richtung Süden / Taupo zu fahren. Zwischen Rotorua und Taupo befinden sich einige Wandergebiete bzw. Nationalparks zum Wandern. Nach einer Stunde umher irren in der Umgebung hielten wir bei einem Tourism Office an, um nach Rat zu fragen. Dort besorgten wir uns eine Karte von einem nahe liegenden Nationalpark und kauften noch zwei Tickets um in einer der Hütten schlafen zu, welche in dem Nationalpark vorhanden sind. Wir hatten unser Zelt mit und planten auch in diesem zu übernachten, jedoch ließ diese Frau uns nicht ohne diese Tickets weg. Naja, zum Glück sind diese Tickets Neuseeland weit einsetzbar, somit war es kein vergeudetes Geld.
Der Weg zum Eingang dieses Parks gestaltete sich ein wenig schwieriger. Dies war das erste Mal, dass wir an der Karte zweifelten. Jedoch fanden wir dann den Eingang und machten uns voller Tatendrang auf in den Wald. Die Wege waren gut ausgebaut und auch die Ausschilderung war vorhanden. Es ist kein Wald wie man ihn von Zuhause kennt. Es sind sehr viele verschiedene Farne in dieser Art von Wald. Einige wachsen richtig hoch und sind mit Bäumen vergleichbar,andere wachsen mehr als Busch. Es war echt interessant diese andere Art von Wald zu entdecken. Wir liefen an einem Fluss entlang und kamen an vielen kleinen Zuflüssen vorbei. An jeder Kreuzung verglichen wir mit der Karte und glaubten uns im guten Wandertempo. Der Plan war die Nacht im Freien zu schlafen und den nächsten Tag eine der Hütten zum Mittag zu erreichen um danach wieder zurück zum Parkplatz zu laufen und dort in der Nähe zu nächtigen um den darauf folgenden Tag früh nach Auckland zurück fahren zu können. So weit der Plan.

Nach einer Weile merkten wir, dass wir an der letzten Kreuzung falsch abgebogen waren und drehten um. Was für eine verwirrende Karte! Wieder auf dem richtigen Weg bemerkten wir schon die kommenden Sonnenuntergang und beschlossen beim nächsten guten Schlafplatz Halt zu machen und unser Lager aufzuschlagen. Gesagt getan, wir schlugen unser Zelt im Wald an einem flachen Stückchen auf. Während des Kochens kam dann die Dunkelheit über uns. Sehr zum Unwohl von Rica, aber auch sie wird sich noch dran gewöhnen. Rica wurde hektisch und verschüttete die ganze Soße für die Nudeln über dem Kocher. Tja, dann gab es eben trockene Nudeln. :-/ Nach ersten Eingewöhnungsschwierigkeiten auf Ricas Seite mit dem Leben im Zelt, lagen wir glücklich im Zelt und schliefen auch richtig gut. Während der Nacht regnete es leicht, somit war alles leicht klam morgends als wir aufwachten. Durch das Laubdach über uns konnte auch keine Sonne das Zelt trocknen, so dass wir es trocken wischen mussten. Während wir Frühstück auf dem Weg machten wurden wir von einem Jäger überrascht welcher mit seinem Freund und vier Hunden auf Wildschweinjagd war. Wir tauschten ein paar Worte bis auf einmal ein aufgeschrecktes Wildschwein gefolgt von den Hunden den Hang entlang lief. Die Männer gleich hinter her. Wir hörten noch lang das Gebell der Hunde. Wir haben die Jäger an diesem Tag jedoch nicht nochmal getroffen. Hoffentlich waren sie erfolgreich.

Nachdem alles zusammen gepackt und verstaut war, machten wir uns weiter auf den Weg. Die Jäger erzählten uns von einem Wasserfall, der nur 5 Minute von unserm Lager entfernt war. Der Wasserfall war richtig schön.Wir fühlten uns wie mitten im Dschungelbuch! Eine Stunde später kamen wir an einer neu gebaute Hütte. Welch Überraschung, die war gar nicht auf der Karte eingezeichnet…Echt toll, hätten wir die gestern noch erreicht… Die Hütte hatte echt alles was man zum Übernachten braucht. Es gab Brennholz, eine Ofen, eimen trockenen Schlafplatz, eine Gabel für alle Fälle, ein Dach über den Kopf und ein Klo! Eine weiche saftige Wiese vor der Hütte bot viel Platz zum Zelten. Hätten wir das gestern gewusst… Naja, kurze Verschnaufpause und weiter gehts. Der Weg führte weiterhin am Fluss entlang über viele neu gebaute Brücke, welche ebenfalls nicht auf der Karte eingezeichnet waren. Es wurde so nach und nach immer schwieriger unsere Position auf der Karte zu orden. Hoffentlich kommen wir bald an die eingezeichnete Hütte, dann wissen wir wo wir sind. Wir liefen weiter und weiter. Kein Schild, kein Hinweis, immer mit der Hoffnung, dass die Hütte nach dem nächsten Berg kommt. Nach einer ganzen Weile ging es stark bergab, dass muss doch auf der Karte zu sehen sein… Ja, tatsächlich, dass ist bestimmt der Abstieg kurz vor der Hütte! Nicht mehr weit und dann machen wir Mittag, ist ja auch schon spät. Fast drei Uhr! Unten angekommen, sahen wir viele Wildschweinspuren in der Erde, die scheinen hier übernachtet zu haben. Ob die Jäger hier auch vorbei kamen? Dort vorn, ein Schild! Vor einer kleinen Brücke, an einem schönen sonnigen Fleckchen des Waldes stand ein Schild „Kakanui Stream“. Ein Hinweis, gleich nachschauen wo wir sind. WAS? Erst hier? Das ist ja noch total weit bis zur Hütte! Hm, was nun? Wir wollten heut abend in der Nähe des Autos schlafen um morgen früh zurück nach Auckland zu fahren, da Rica wieder arbeiten muss. Hm! Erstmal Mittag essen und Plan machen. Lecker, es gab Rindersuppe aus der Tüte und leckeres libanesisches Fladenbrot (echt zu empfehlen). Nach kurzem Überlegen entschieden wir uns nach dem Essen auf den Weg zurück zu machen, da es halb acht im Wald so nach und nach dunkel wird und wir zu dieser Zeit möglichst wieder am Auto sein sollten. Gestärkt machten wir uns auf den Heimweg. Immer die Zeit im Blick und mit straffen Schrittes ging es voran. Vorbei an den vielen Brücke, der tollen Hütte, dem Wasserfall, unserem gestrigen Nachtquartier, zurück am Fluss immer Richtung Auto. Wir waren echt schnell unterwegs und als wir an der ersten Brücke des Nationalparkes ankamen, merkten wir wie ko wir waren. Nicht mehr weit und wir konnten uns ausruhen. Fix und fertig, aber froh es geschafft zu haben kamen wir am Auto an. Was sagt die Zeit? Wow, erst halb sieben. Wir waren echt schnell!! Was jetzt? Wir legten unsere Schlafsäcke zum Lüften auf das Dach des Autos, verstauten alles und kochten Nudeln mit Rindersuppe und Tunfisch. Komische Kombination,aber es schmeckte uns. An diesem Abend haben wir auch aus Clemens nicht hitzeständigen Löffeln versucht zwei Gabeln zu schnitzen, um die Nudeln besser essen zu können! Danach setzen wir uns ins Auto und fuhren ein Stück Richtung Auckland. Vielleicht war ja in irgendeiner Stadt noch was los! In Rotorua angekommen waren wir jedoch ziemlcih ko und entschieden uns auf dem nächsten Rastplatz zu schlafen. Was für zwei Tage. Waren echt cool. Am nächsten Tag gab es noch ein leckeres Frühstück bevor es dann wieder nach Auckland ging. Wieder zurück in Auckland, sind wir den nächsten Tag in einen speziellen Kartenladen, um uns eine aktuelle Karte von dem Nationalpark anzuschauen. Es gab keine!!! Die Karten welche dort verkauft wurden, waren alle nicht aktuell und von 1996-2006. Man sagte uns dort dass man im Moment alle Wandergebiete in Neuseeland neu vermisst und aufzeichnet und dass diese Karten nächstes Jahr rauskommen. In der Zwischenzeit heißt es also weiterhin auf gut GLück losziehen und sich überraschen lassen, was sich alles so verändert hat! ;-)

Der Kringel oben ist der Parkplatz, das Kreuz zeigt unsere Position um drei als wir realisierten wie weit es nich ist und das unterstrichene weiter unten, ist die Hütte, welche wir zur Mittasgzeit erreichen wollten. Rechts daneben sieht man vom Verkäufer selbst schon eingezeichnete Änderungen.

Der Kringel oben ist der Parkplatz, das Kreuz zeigt unsere Position um drei als wir realisierten wie weit es noch ist und das Unterstrichene weiter unten ist die Hütte, welche wir zur Mittasgzeit erreichen wollten. Rechts daneben sieht man vom Verkäufer selbst schon eingezeichnete Änderungen.

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